Verhaltenskodex, eFZ und Präventionsschulung

Als Stammesvorstand ist es deine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Präventionsmaßnahmen in deinem Stamm wahrgenommen und durchgeführt werden. Hierzu gehört das Unterschreiben des Verhaltenskodex, der Besuch von Präventionsschulungen und Vertiefungsschulungen sowie die Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses. Worauf du dabei genau achten musst, haben wir dir hier zusammengestellt. Bleiben Fragen übrig, kannst dich jederzeit an deinen Bezirksvorstand oder Sarah vom Diözesanbüro wenden.

Was muss ich tun, wenn jemand neu im Stamm tätig wird?

Alle Personen, die im Stamm tätig sind, müssen den Verhaltenskodex unterschreiben. "Im Stamm tätig" ist eine Person, wenn sie eine ihr zugetragene Aufgabe wahrnimmt. Das kann z.B. bedeuten eine Gruppe zu leiten, die Stammeskasse zu führen, das Material zu pflegen oder bei einem Lager zu kochen.

In einem weiteren Schritt gilt es von dir zu prüfen, welche Art, Dauer und Intensität des Kontaktes zu Kindern und Jugendlichen die übernommene Aufgabe mit sich bringt. Anhand dieser Kriterien wird entschieden, ob die Person auch eine Präventionsschulung besuchen und ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen muss. Hierfür gibt es ein Prüfraster, das im Insitutionellen Schutzkonzept festgehalten ist und welches dir bei der Einordnung hilft.

Reicht es, wenn ich den Leuten sage, was sie machen sollen?

Das ist ein guter Anfang, aber leider ist es damit noch nicht getan. Dir obliegt die Pflicht zu dokumentieren, dass die Präventionsmaßnahmen durchgeführt werden. Den Verhaltenskodex lässt du in zweifacher Ausführung unterschreiben. Eine Version ist für dich und du heftest sie z.B. in einem Ordner ab. Auch die Sichtung der Schulungszertifikate und die Einsichtnahme in das Führungszeugnis muss von dir vorgenommen und mit Datum schriftlich festgehalten werden.

Das ist wichtig, um jederzeit bestätigen zu können, dass ihr euch an die staatlichen und kirchlichen Vorgaben haltet. Gleichzeitig kannst du so leicht herausfinden, wann die 5 Jahre abgelaufen sind und eine Vertiefungsschulung bzw. eine erneute Vorlage des erweiterten Führungszeugnisses notwendig ist.

Was muss ich bei der Einsichtnahme beachten?

Präventions-/Vertiefungsschulung: Das originale Zertifikat immer zurückgeben. Du darfst es kopieren und abfotografieren.

erweitertes Führungszeugnis: Das eFZ darf nur im Original eingesehen werden und darf dabei nicht älter als 3 Monate sein. Du darfst das eFZ weder kopieren noch abfotografieren. Wir empfehlen, die Einsichtnahme durch den Mitgliederservice des Bundesamtes vornehmen zu lassen.

Was ist, wenn jemand nicht an der Präventions-/Vertiefungsschulung teilnehmen möchte, den Verhaltenskodex nicht unterschreiben möchte oder kein eFZ beantragen will?

Unsere Präventionsmaßnahmen ergeben sich aus dem staatlichen und kirchlichen Recht und sind damit nicht verhandelbar. Versuche, mit der Person ins Gespräch zu kommen und herauszufinden, was die Gründe sind. Erkläre ihr den Hintergrund und plädiere auf den Kern der Sache - nämlich den Schutz der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen. Weigert sich die Person noch immer kannst du sie leider nicht mit der angedachten Aufgabe betrauen.