Friedenslichtaktion 2018

Friedenslicht aus Bethlehem hat Köln erreicht

 

Pfadfinder als Botschafterinnen und Botschafter des Friedens ausgesendet

 

Köln. Wie jedes Jahr zum dritten Advent waren über 1 500 Kinder, Jugendliche und Erwachsene der Einladung gefolgt, das Friedenslicht aus Bethlehem im Kölner Dom in Empfang zu nehmen. In einem vom VCP (Verband christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder), der PSG (Pfadfinderinnenschaft St. Georg) und der DPSG (Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg) gestalteten Aussendungsgottesdienst wurde das Licht an alle Mitfeiernden verteilt.

 

Delegation aus Neuss brachte das Friedenslicht von Linz nach Köln

 

Zuvor hatten Pfadfinderinnen und Pfadfinder des DPSG-Stammes Alfred Delp aus Neuss das in der Geburtsgrotte in Betlehem entzündete Licht in Linz abgeholt und nach Köln gebracht. Pünktlich zur Aussendungsfeier trugen sie das Friedenslicht in mehreren Laternen in einer von vielen Bannerträgerinnen und -trägern angeführten Prozession feierlich in den vollbesetzten Dom. Allein dies war schon, wie Stephan Kiener, Stammesvorsitzender, es ausdrückte, „sowas von Gänsehaut Feeling", dass das diesjährige Friedenslicht den fünfzehn Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen aus Neuss sicher in guter Erinnerung bleibt. Dazu dürfte auch der Luxus einer Sitzheizung zu zählen sein, die es - anders als in der Kölner Kathedrale - im Linzer Dom gegeben habe, wie eine andere Delegationsteilnehmende augenzwinkernd anmerkte.

Gottesdienst warb für mehr Toleranz und Vielfalt in Kirche und Gesellschaft

 

Unter dem deutschlandweiten Motto: „Frieden braucht Vielfalt - zusammen für eine tolerantere Gesellschaft" warb der

 

Gottesdienst für mehr Toleranz und Vielfalt in Gesellschaft und Kirche. Die Bereitschaft, offen auf Andersdenkende und Anderslebende zuzugehen, sie verstehen zu lernen, respektvoll mit allen Menschen umzugehen und sie einzubinden, statt auszugrenzen, bilde, so die Kernbotschaft des Gottesdienstes, die Basis für ein friedliches Miteinander.

Friedens-Demonstration im Dom und auf dem Bahnhofsvorplatz

 

Im Dominnern warben viele Plakate und Transparente für eine offenere und buntere Gesellschaft. In einer Aktion während des Gottesdienstes überlegten die Teilnehmenden, wo sie sich in ihren persönlichen Bezügen wie Schule, Uni und Arbeitsplatz für mehr Toleranz und Vielfalt einsetzen können. Dies tun zu wollen und damit zu Friedensbotschafter*innen zu werden, besiegelten sie durch einen Daumenabdruck auf den Transparenten. Mit diesen „personalisierten" Transparenten zogen Hunderte von Friedensbotschafter*innen im Anschluss an den Gottesdienst zu einer kleinen Friedens-Demo nach draußen auf den Bahnhofsvorplatz. Die Demo erregte bei Passanten viel Aufmerksamkeit und setzte ein deutliches Zeichen gegen jede Form der Diskriminierung und Ausgrenzung.

Das Friedenslicht als Zeichen der Hoffnung und der Solidarität

 

Noch am Nachmittag brachten die Pfadfinderinnen und Pfadfinder das Friedenslicht in staatliche, kirchliche und soziale Einrichtungen. „An vielen Orten brennt über Weihnachten das Friedenslicht als Zeichen der Hoffnung und der Solidarität' erläuterte Pfarrer Dr. Dominik Schultheis, Diözesankurat der DPSG im Erzbistum Köln. „Wann immer man sich für eine bunte Vielfalt einsetzt, wird man selbst zum Licht für all jene, die sich ausgegrenzt fühlen. Und wo immer das gelingt, wird nicht erst Weihnachten, dann ist es bereits.

Zur Tradition des Friedenslichts

 

Die Aktion Friedenslicht gibt es seit 1 986. Sie wurde vom Österreichischen Rundfunk (ORF) ins Leben gerufen. Seit 25 Jahren verteilen Pfadfinderinnen und Pfadfinder das Friedenslicht in ganz Deutschland

 

Fotos: Sebastian Sehr