Abenteuer Hike – Juffi-Arbeitskreis auf Abwegen

Abenteuer leben – wag den Schritt

Wir erleben tolle Abenteuer. In unserer Umwelt sind wir gemeinsam unterwegs, sei es in der Natur oder in der Stadt. Hier erfahren wir, dass wir uns auf die anderen verlassen können. Wir gehen nicht den gewohnten Weg und wagen dadurch das Außergewöhnliche. Hierzu reichen uns oftmals einfache Mittel, denn das Leben bietet uns überall Abenteuer. 

„Liebe Wanderinnen und Wanderer,

Wanderweg und Wupperverband – passt das zusammen? Ja, denn die die Wupper ist das verbindende Element.

Der Wanderweg begleitet die Wupper vom Quellgebiet in Marienheide, wo sie noch Wipper heißt, bis zur Mündung der Wupper in Leverkusen.[....]Der Weg folgt überwiegend dem Flusslauf [...]“Die Raute 6“ kennzeichnet den gesamten Weg.“

So steht es im Begleitheft zum ? 6 Wupperweg und der Juffi-AK wählte Abschnitt 1 von Börlinghausen nach Wipperfürth als Strecke für den diesjährigen Hike aus.

Wir begannen also, leider nur zu sechst aber mit unserem neuen AK-Maskottchen A.D.E.L.H.E.I.D. im Gepäck, an der Wipperquelle in Börlinghausen, dem ? 6- Weg zu folgen. Pünktlich mit dem Anziehen der Rucksäcke fing es an zu regnen und der Materialtest einiger neu erworbener, wie auch alten Schuhe, Jacken und Rucksäcke konnte beginnen.

Abenteuer Leben – finde dich selbst

Wir lernen uns als einzigartige Persönlichkeiten mit all unseren Stärken und Schwächen kennen. Der Jungpfadfindertrupp bietet uns die Chance, uns auszuprobieren und unsere Rollen zu finden. Unsere Gemeinschaft macht uns Mut, zu uns selbst zu stehen und uns weiterzuentwickeln. Die „Prinzipien und Handlungsfelder des Verbandes“ und das „Gesetz der Pfadfinderinnen und Pfadfinder“ bieten uns hierzu Orientierung.

Nach den ersten Kilometern über Felder und durch den Wald, begann es auch schon zu dämmern und ein Schlafplatz musste her. Einen Bauern nach einer Unterkunft fragen, oder lieber eine Gewebeplane als Regenschutz aufspannen und im Wald nächtigen? Erste Unklarheiten machten sich breit, hatten wir doch im Vorfeld beschlossen in Scheunen zu schlafen. Weit und breit keine Scheune zu sehen, also ab in den Wald. Marcus zauberte eine etwa 5 x 5 Meter große Plane aus dem Rucksack und mit dem ebenfalls aus Marcus’ Gepäck stammendem Schwedenfeuer wurde es dann, bei von Lars gebackenen Pfannkuchen, bei stetigem Regentropfengeklopfe auf die Plane schnell gemütlich. Die aufgereihten Tannenzapfen auf dem Boden sorgten erst einmal für Verwirrung (und riefen im Geheimen in jedem von uns Erinnerungen an The BlairWitchProject wach), boten aber getrocknet eine sehr gute Grundlage für das Feuer, an dem wir noch bis tief in die Nacht saßen, um einander unsere Lieblingsgetränke vorzustellen.

Abenteuer Freiheit – lass es krachen

Wir sind neugierig auf das Unmögliche und mutig genug, es auszuprobieren. Wir stecken uns gegenseitig mit unserer Begeisterung an und wachsen über uns hinaus. Wir staunen darüber, was wir alles machen können, und sind stolz auf darauf, was wir selbstständig erreicht haben. Wir haben Spaß in unserem Trupp und feiern, wie wir es wollen.

Mit großzügigem Frühstück im Magen brachen wir gegen Mittag auf, um dem ? 6-Weg weiter zu folgen. Erfreut endlich einmal am Wasser entlang zu gehen, war die Enttäuschung groß, als der nächste Richtungspfeil auf eine wegen Bauarbeiten gesperrte Staumauer wies. Nach kurzer Überlegung stand fest: „Pfeif auf die Regeln – probier es aus!“ und am Bauzaun vorbei gingen wir über die Mauer. Auf der anderen Seite angelangt gab es keine Möglichkeit neben dem Zaun herzugehen, also wurden die Rucksäcke einzeln rübergereicht und alle kletterten über den Bauzaun.

Endlich konnte es weitergehen und die Raute führte uns am Wasserlauf entlang, über schmale Trampelpfade durch den Wald. Damit der Weg nicht langweilig wurde, besprachen wir die Abenteuertexte und ihre mögliche Umsetzung im Rahmen einer Schulung.

Durch die schmale Lücke im einem Weidezaun führte uns das uns mittlerweile wohl bekannte Zeichen auf eine Kuhweide, auf der der Weg nach einigen Metern vor einem weiteren Zaun und Dickicht endete. Tja, scheint zwar unmöglich, aber das schaffen wir schon, und so kraxelten wir querwaldein Hügel hoch und runter, um verschwitzt, voller Tannennadeln und zerkratzt im nächsten Ort anzulangen, wo wir uns erst einmal ein Bier, Kekse und eine Mittagspause mit lecker belegten Broten gönnten.

Abenteuer Trupp – ergreif die Chance

Wir bringen im Jungpfadfindertrupp etwas gemeinsam voran. Wir erleben, dass alle von uns im Trupp wichtig sind und dass wir viel mehr erreichen können, wenn wir als Gruppe gemeinsam handeln. Entscheidungen zu treffen und die Meinungen der anderen zu akzeptieren, ist nicht immer einfach. Wir nehmen uns Zeit, über unser Handeln nachzudenken. Wir reden darüber, was wir gemeinsam erlebt haben. So können wir besser Entscheidungen für die Zukunft treffen. Wir lernen durch jede Erfahrung hinzu.

Weiterhin mit den Abenteuertexten beschäftigt, ging es den Rest des Tages zwar selten am Wasser entlang, aber über schöne Wege durch den Wald und durch Gebüschlandschaften immer den durch die Raute gewiesenen Weg entlang. Naja, wir haben es jedenfalls versucht. So ganz eindeutig ist eine Raute auf einem Pfahl in der Mitte einer Kreuzung einfach nicht. Und so nahmen wir einige Umwege in Kauf.

Wieder wurde abends im Wald die Plane aufgespannt und Kerstin und Lauri, die leider nicht mitgehen konnten, kamen vorbei um einige Stunden mit uns zu verbringen, uns mit jeder Menge Grillfleisch und Salat zu versorgen und mit uns ein persönliches Frage-Antwort-Spiel zu spielen. Nachts stellte sich dann, als der Dauerregen erneut einsetzte, heraus, dass es gut war, das Lars und Polly überstimmt wurden, als sie ihren Wunsch äußerten diese Nacht ohne Plane unter freiem Himmel zu schlafen und so blieben alle einigermaßen trocken.

Abenteuer Glaube – geh den Dingen auf den Grund

Wir erleben im Trupp, wie hilfreich und bereichernd der Glaube an Gott sein kann. Die Auseinandersetzung im Trupp hilft uns, unseren Glauben zu hinterfragen, zu finden und zu erleben. Im Trupp können wir Glauben auf eine Weise erleben, die unseren Wünschen entspricht.

Sonntag morgen standen wir etwas früher auf, um wieder ausgiebig zu frühstücken, aber auch, um in Wipperfürth die Messe in St. Nikolaus zu besuchen.

Trotz des anhaltenden Regens fanden sich mehrere Nordic-Walker im Wald, die uns den Weg nach Wipperfürth erklärten, der wohl einfach geradeaus ging, wir aber doch wieder an einer anderen Stelle ankamen als erwartet. Auf die Minute schafften wir es dann noch zum Gottesdienst. In Kluft, dreckig und müde aussehend sind wir hier wohl doch aufgefallen und wurden vom Pfarrer anschließend noch auf einen Kaffee eingeladen.

So gestärkt konnten wir die Heimreise von diesem abenteuerlichen und spannenden Hike anzutreten.

Abenteuer Jungen und Mädchen – sei du selbst

Wir lernen im Jungpfadfindertrupp, was Zusammenleben zwischen Jungen und Mädchen bedeutet. Manchmal ist es aber wichtig, dass wir in Mädchen- und Jungengruppen zusammenkommen. Dort können wir Themen besprechen und Dinge erleben, die nur für uns als Jungen oder Mädchen wichtig sind.

Abenteuer Gesellschaft – misch dich ein

Wir sehen die Welt mit offenen Augen und begreifen, was um uns herum geschieht. Wir arbeiten an einer Welt, die besser ist und in der es gerecht zugeht. Durch das Handeln in der Gemeinschaft erreichen wir Veränderungen im Kleinen und im Großen..

PS: diese beiden Abenteuertexte ließen sich im Text zwar nicht einbauen, sind aber im AK-Hike zu finden. Unsere Gruppe war zu jeder Zeit paritätisch besetzt, dennoch bot sich den weiblichen Mitgliedern die Möglichkeit zum Kaffeeklatsch, während die männlichen Mitglieder die Autos am Startpunkt abholten.

Erstaunt war mindestens ein Bauer, als er Feuer im Wald sah und darum mit seinem Jeep noch einmal einen Kontrollgang machte, aber er wird hoffentlich auch erstaunt gewesen sein, als er am nächsten Morgen keine Spuren des nächtlichen Besuches ausmachen konnte.