Von Vampiren, Klötzchen und dem Konsens –

Juffi-WBK 2009

 

Der unvoreingenommenen Leser wird sich jetzt fragen, was diese drei Dinge miteinander zu tun haben. Sie beschreiben kurz und knapp den Juffi-WBK, der vom 10.10.09 bis 18.10.09 auf der Jugendburg Balduinstein stattgefunden hat.

 

Der Ruf hatte 19 aufstrebende Vampire erreicht, die auf Burg Balduinstein in 8 Tage beweisen sollten, ob in Ihnen genug blaues Blut steckte um den beschwerlichen Weg zum Konsens, dem Ziel eines jeden Woodbadgekurses, zu meistern.

 

Die Ankunft

Direkt bei der Ankunft am Balduinsteiner Bahnhof erwartete sie dort ein Willkommenssnack: Tomaten-Blut-Suppe aus Infusionsschläuchen. Und kurz danach ging es auch schon los. Noch müde von der beschwerlichen Reise machten sich die wahllos zusammen gewürfelten Gruppen mit genauestens abgefassten Aufträgen auf, Balduinsteins Bewohner kennenzulernen und die Gegend zu erkunden. Die so erworbenen Erfahrungen sollten am Abend im Anschluß an ein wahres Festmahl, das alle in Vampirkostümen zu sich nahmen, in Form eines Films, eines Theaterstücks und zahlreichen anderen Darbietungen präsentiert werden.

 

Kennenlernen

Der erste Tag stand ganz im Zeichen des Kennenlernens. So wurde der ganze Tag darauf verwendet, sich mit den anderen Teilnehmern bekannt zu machen. Nach einigen Aufwärm- und Animationsspielen und auch dem ein oder anderen Input zu einzelnen Themen wie Feedback und Methoden, wovon am Ende des WBKs jeder so einige mitnehmen konnte, wurde bald klar, dass diese Woche ganz unter dem Zeichen des Projekts und des sagenumwobenen Konsens stehen würde.

 

Führungsabgabe

Schneller als erwartet hingen dann auch schon die zuvor aufgehangenen Kompetenz-Schlüssel auf Seite der Teilnehmer, was für jeden nur noch bedeuten konnte, dass der Moment der Führungsabgabe nunmehr gekommen war. Von diesem Moment an lag die weitere Planung des Projekts, was nicht bloß die konsensuale Entscheidung für ein Projekt, sondern ebenfalls die Durchführung des selbigen umfasste, bei den Teilnehmern.

 

Das Projekt

Ein Projekt zu finden, mit dem alle einverstanden waren, war schwieriger, als erwartet. Dies zeigte sich insbesondere, nachdem ein Brainstorming ganze 44 mögliche Projekte zum Vorschein brachte. Da lagen die Vorschläge nun und die Suche nach einer Methode, diese einzugrenzen, ohne dass sich jemand überfahren fühlt, konnte beginnen. Ohne Moderator war dies natürlich nicht möglich, der war aber auch schon bald gefunden. Dennoch ist die Gruppe einige Male in die Suche nach der Methode zur Methode verfallen und das kleine Wörtchen „Konsens“ wandelte sich schon bald zum persönlichen Unwort des ein oder anderen Teilnehmers. Nach einigen Diskussionen konnten die 44 Projekte aber zunächst auf 22, dann auf neun und letztlich auf vier reduziert werden, die im Endeffekt dann zusammengefasst wurden: Es sollte die Umwelt gestaltet werden, indem ein Schutzhütte oder ähnliches renoviert und im Anschluss daran pfadfinderisch kreativ gestaltet wird. Das Ganze sollte durch die Einladung an die Presse öffentlichkeitswirksam sein und am Ende sollte eine Postkartenaktion angeschlossen werden. Es war geschafft! Jeder war zufrieden!

 

Durchführung

Die Durchführung begann in den frühen Morgenstunden. Ein paar Teilnehmer sprachen mit dem Bürgermeister ab, was die Gruppe im Ort bewegen könnte, die anderen sammelten Geld- und Sachspenden. Sehr schnell wurde klar, dass der Fußballplatz des Balduinsteiner Fußballvereins an seinem Spielfeldrand neue Bänke brauchte und dass dies das konkrete Projekt sein sollte. Mit Unterstützung des örtlichen Försters, der Baumhälften zur Verfügung stellte, wurden sodann drei Bänke neu gebaut, drei weitere um eine Feuerstelle errichtet und die Feuerstelle selbst renoviert. Zudem kam das künstlerische Geschick – von vorwiegend weiblichen – Teilnehmern der Verzierung der Bänke mit eingebrannten Sprüchen und sogar einem Bild von Baden Powell sehr zu gute. Insgesamt war der Sportplatz mit Ablauf der Zeitvorgabe für das Projekt also um einiges ansehnlicher geworden und der Dank des Balduinsteiner Bürgermeisters den übermüdeten und durchgefrorenen, aber dennoch glücklichen Teilnehmer gewiss.

 

Projektfest

Sodann konnte ordentlich gefeiert werden. Das Projektfest mit anschließender Messe wurde wieder vom hervorragenden Küchenteam, das für mindestens fünf Kilo Gewichtszunahme bei jedem Teilnehmer verantwortlich war, gekrönt. Nach weiteren zwei Tagen der Reflexion und vielen Überlegungen, wie nun das im Kurs Erlernte in einem eigenen Vorhaben umgesetzt werden könnte, waren alle beim gemeinsamen Ausklang sehr traurig, dass dieser fast zehntägige WBK schon vorbei war.

 

Kristian Fernholz

Stamm Phönix im Bezirk Bonn

für den Juffi-WBK 2009

 

2009 - Pflock oder Klötzchen?

.......sei dabei......

Du stehst als Juffileiter mitten im Leiter-Leben und deine Gedanken kreisen immer mehr um leberwurstfarbene Tücher und kleine Holzstückchen?

Du willst wissen, wie das Leben nach der Modulausbildung aussieht?

Um blaues Blut zu bekommen, brauchst du keine Adeligen beißen?

Dann hast du genug Blut geleckt und bist reif für den Juffi-Woodbadgekurs!

* 10. bis 18. Oktober 2009
* Burg Balduinstein
* Anmelden bei: martin.foit(at)dpsg-koeln.de