Das Abenteuer aus der Hosentasche

„Da erschien Tom auf dem Bürgersteig  mit einem Eimer voller Farbe und einem langstieligen Pinsel. Prüfend flog sein Blick über den Zaun und der Glanz der herrlichen Natur erlosch für ihn, dafür senkte sich tiefe Trauer in sein Gemüt. Gut 100 Fuß lang war der Bretterzaun und gut neun Fuß hoch! Das Leben erschien ihm öde und leer und das Dasein als eine Last. Seufzend tauchte er den Pinsel ein und fuhr über die oberste Planke.“ (aus Mark Twains Tom Sawyer) Da kamen eine Menge Abenteurer vorbei, die gerne den Zaun streichen wollten und für einen kleinen Gefallen durften sie ihm helfen . Tom erzählte ihnen dafür von einem geheimen Treffen auf dem Friedhof.

Nachts trafen sie alle auf dem Friedhof zusammen, lernten einander genauer kennen und stellten fest gestandene Abenteurer zu sein und  gemeinsam eine Bande bilden zu können. Also beschworen sie ihre Bande mit dem Blut einer Katze und gelobten einander ewige Treue. Kaum war die Bande gegründet beobachteten die Abenteurer am Fenster eines Hauses einen Mord. Voller Angst entdeckt zu werden rannten sie weg, natürlich nicht ohne sich für den nächsten Morgen zu verabreden, um diesen geheimnisvollen Mord aufzuklären.

Ausgeschlafen bildeten die mutigen Abenteurer am nächsten Morgen drei Gruppen um auf verschiedene Art und Weise den Mörder zu finden.

Während die einen beim Rollenspiel um ihr Glück würfelten, fanden die anderen über ein selbst ins Leben übertragene Brettspiel den Mörder und die dritte Gruppe erlebte das gesamte Abenteuer in Spielen im Wald und im Haus.

Das Rollenspiel an sich wurde  zunächst erklärt -Wie leitet man ein, wie findet man einen passenden Ausstieg, wie werden die Charaktere gebildet, welche Regeln sind wichtig, welchen Zeitaufwand muss ich bedenken? - Und dann auch gespielt. Das Brettspiel konnte erst ausprobiert und dann in ein Geländespiel umgeformt werden, welches ebenfalls direkt ausprobiert wurde. Die Spielegruppe irrte mit verbundenen Augen durch „Höhlen“, fischte Beweise aus dem Mississippi, entschlüsselte Briefe und löste Rätsel.

 

Nach einem versuchten gemeinsamen Kaffee trinken im Baum - leider war der Baum für uns alle doch zu klein - kam es zur Gerichtsverhandlung, bei der die gesammelten Hinweise zusammengetragen wurden. Der Lehrer der Dorfschule wurde als Täter überführt und unter lautem Gejohle des Publikums abgeführt.

 

Am Sonntag beschäftigten wir uns nach einem Austausch der einzelnen Kleingruppen über den vergangenen Samstag theoretisch mit Abenteuern. Mit Hilfe der in der Ordnung aufgeführten Abenteuern der Juffistufe – Abenteuer Leben; Abenteuer Gesellschaft; Abenteuer Glaube; Abenteuer Jungen und Mädchen; Abenteuer Freiheit; Abenteuer leben- sprachen wir über bereits erlebtes und was noch möglich wäre.

Dann war leider die Zeit auch schon um, und mit einer Tasche voller Ideen und Erinnerungen machten sich die Abenteurer wieder auf den Weg in die Ferne um neues auszuprobieren, mit einfachen Dingen aus der Hosentasche.

 

 

Tom Sawyer alias Polly Hermwille für den Juffiarbeitskreis