Öko Total – Willkommen in der Kommune!

Unter diesem Motto trafen sich Wölflingsleiter aus den verschiedenen Kommunen der Diözese zum Kommunenabend in Altenberg, um über aktuelle Öko-Themen zu sprechen und um die Kandidatin für die Kommunenleitung auf Diözesanebene kennen zu lernen. Natürlich waren fast alle ziemlich Öko gekleidet, um die Atomsphäre mit Haferkeksen, bequemen Möbeln und Dämmerlicht zu unterstreichen.

Häufig wird ja unsere Wölflingskommune belächelt, die meisten von uns seinen zu jung, um gute Diskussionen zu führen und oft zu stark von bewusstseinserweiternden Drogen benebelt, aber ob man es glaubt oder nicht, dem war nicht so – bis auf wenige Ausnahmen. Schon bei der Befragung der später neu gewählten Vorsitzenden Uli zeigte sich, dass nicht nur dumme Fragen gestellt wurden, sondern die Kommune interessiert nachgefragt hat. So wurde sie nach ihren Konzepten für die Ausbildung befragt, über ihre weitere Lebensplanung, auf was sie verzichten muss, wenn sie gewählt wird und wo ihre Schwächen liegen. Auch wenn sie uns aufgrund des engen Zeitplans einige ausführlichere Antworten schuldig blieb, konnten wir doch einen Eindruck gewinnen.

Dann wurde es aber erst richtig spannend. Unserer Kommune fehlte ein Delegierter für die Versammlung am Sonntag, so dass nach Feststellung der Beschlussfähigkeit ein Neuer gewählt werden musste. Es stellten sich zwei Kommunemitglieder zur Wahl, wobei keiner der beiden im ersten Wahlgang eine Mehrheit erreichen konnte. Nun wollte einer der beiden Kandidaten verzichten, wohl weil das Stimmrecht nicht als allzu ernst genommen wurde. Nach einem flammenden Plädoyer von Claudia, der alten Kommunenleiterin der Diözese,  über die Wichtigkeit dieses Amtes, blieben dann doch beide bei ihrer Kandidatur und beantragten den zweiten Wahlgang erst nach der Diskussion über die Anträge abzuhalten, damit sich die Stimmberechtigten eine Meinung bilden konnten.

Über die Anträge wurde kontrovers diskutiert. Der Antrag auf Boykot der Coca-Cola Company gefiel uns allen sehr gut, da die Praktiken dieses Unternehmens im krassen Widerspruch zu unserem Kommuneregeln stehen. Allerdings wurde Wert draufgelegt, dass einerseits nicht über unseren Boykot geschwiegen wird, andererseits aber auch niemand der sich unserem Vorhaben nicht anschließt, diskriminiert oder angepöbelt wird.

Zwei weitere Anträge zu unserem eigenen Ökoverhalten führten zu größeren Kontroversen. Die einen glaubten, dass die Anträge so wie sie formuliert waren, nichts anderes als Schall und Rauch wären, also nichts verändern könnten. Wieder andere glaubten, dass unsere Kommunepraktiken in Ordnung seien, und wenige sahen die Anträge als ein gutes Feedback an unsere Spitze, dass zum nach- und umdenken führen könnte. Am Ende waren wir alle bereichert, konnten uns jedoch nicht auf einen Konsens einigen. Warum auch, gerade die komplexen Meinungen sind das, wovon die Kommune lebt. 

Nach Abschluss der Diskussion fiel das Wahlergebnis dann relativ klar aus und wir hatten nicht nur eine tolle Diskussion, sondern auch einen neuen Delegierten, von dem alle hofften, dass er mit den anderen Vertretern die Meinung der Kommune adäquat vertreten würde. Leider blieb die sonst so aufgeweckte Wölflingskommune während der Versammlung selbst jedoch still und überlies das Feld den anderen Kommunen.

Der Abend jedoch hat den Blickwinkel geschärft und Lust auf mehr Treffen mit der Kommune gemacht, auch wenn an diesem Abend einmal nicht die so geliebten spielerischen Einheiten im Mittelpunkt des Kommunentreffens standen.

David Dressel