Fall WW – ungelöst!

oder „Was geschah wirklich auf dieser MEUTErei 2008-Wölflinge am Ruder!“

Es ist immer noch unglaublich und unfassbar:

Tatort: Westernohe im Westerwald
Tatzeitpunkt: 30.07.2008-03.08.2008
Beteiligte Personen: 2100 Wölflinge und 800 Wölflingsleiter und Helfer
Tat-Wetter: wunderbar sonnig und heiß

Tatgeschehen: Auf dem Lagerplatz war die Hölle los: Piraten, Admiräle und viele, viele orangene Halstuchträger mit und ohne orangene Zipfelmützen wuselten begeistert über den Platz.

Aber was war passiert?

Dazu haben wir eine Reihe von Augenzeugen interviewt & sehr bald auch ein paar Photos, die den Fall sicherlich auflösen werden:

Wölfi, wölfisch begeistert!

Ahouuuuu! Was für ein tolles Lager!

Als der alte Wolf aus meinem Rudel mir damals von den Wölflingen erzählte, war ich schon sehr gespannt auf sie – meine Vorfreude und Erwartung wurde schließlich wölfisch übertroffen. Nachdem ich so viele tolle und spannende Dinge mit Wölflingen verschiedener Meuten erlebt hatte, konnte ich es kaum erwarten nach so langer Reise, mit ihnen auf Entdeckungsfahrt zu gehen. Noch immer klingt es in meinen Ohren nach, wie mich die über 2000 Wölflinge aus 240 Meuten allen Teilen Deutschlands (9 Stämme aus dem Diözesanverband Köln) mit lautem Wolfsgeheul in Westernohe begrüßt haben. Ahouuuuu! Da wäre ich beinahe aus meiner Postkiste gefallen, in der ich angereist kam. Die gemeinsame Reise konnte dann aber unversehrt beginnen. Wir entzündeten feierlich das Licht des Leuchtturmes und am nächsten Tag traten vier Admiräle ins Geschehen, die die Wölflinge auf ihrer Entdeckungstour begleiten sollten. Nun galt es, gemeinsam die bösen Piraten davon zu überzeugen, wer die besseren Entdecker sind. Drei Tage lang bin ich durch die Entdeckungsfelder gestreunt und was soll ich sagen? Ich war wölfisch begeistert, was ich gesehen und erlebt habe. Was sich die Wölflinge überlegten, wo genau sie etwas verändern konnten, um die Welt ein wenig besser zu verlassen, als sie sie vorgefunden haben, war wölfisch gut. Sie sammelten Geld für Kinder in armen Ländern, errichteten Komposthaufen, brachten ihre eigenen Rechte in Erfahrung und vieles vieles mehr. Und am Ende hatten sie getreu dem Lagermotto das Ruder in ihren Händen. Die Wette hatten wir gemeinsam gewonnen und die Piraten in die Flucht geschlagen. Gerne erinnere ich mich an das tolle Fest, das wir danach gefeierten. Meine Wolfstatzen tun noch heute weh vom tanzen.

Jetzt liegt die Entdeckungsfahrt schon eine Weile zurück und ich erinnere mich gerne an die tollen Aktionen und Erlebnisse. Ich hoffe, dass ich mal wieder von den Wölflingen eingeladen werde, vielleicht können wir die Welt noch ein wenig mehr verbessern.

Euer Wölfi, der große Entdecker

Karl, die Küchenschabe

Darf ich mich vorstellen: ich bin Karl, und ich bin eine Küchenschabe. Ich lebe in Westernohe und wie es der Zufall will hat mein Weg mich auf der MEUTErei in die Küche des Kölner Diözesandorfes geführt.

Und was soll ich sagen, ich bin das ganze Lager dort geblieben. Ich hab mich in der Küche wirklich käferwohl gefühlt. Die lieben Menschen in der Küche haben aus den Zutaten, die sie bekommen haben, wirklich tolle Sachen gezaubert. Auch wenn die Spieße hinterher keine Spieße mehr waren, sondern eine tolle Gemüsepfanne mit Fleischeinlage und satt geworden sind immer alle. Und lustig war’s in der Küche auch. 

Hier ist wirklich jeder satt geworden und neben jeder Menge gesunden Sachen, gab es auch immer wieder eine Leckerei für die großen Menschen, die sich Leiter nennen und die kleinen Menschen, die sich Wölflinge nennen. Und satt geworden sind alle.

Danke, möchte ich Euch sagen … und wenn die Kölner wieder in Westernohe bei einem Bundeslager sind, weiß ich, wo ich unbedingt wieder hin muss, egal wie weit der Weg ist.

Blaue Bären und orange Wölfe!

Moin Kiddings! Da seid Ihr ja alle. Hab ich Euch eigentlich schonmal von meinen Erlebnissen in der Ölner Bucht erzählt? Das war ein Ding damals. Also - passt mal auf:

Ich lief gerade mit meinem Schoner im Hafen ein, weil ich endlich den sagenhaften Blaubärschatz, den ich vor Jahren auf dieser Insel vergraben hatte, ausbuddeln wollte. Joah - und kaum hatte ich das Schiff vertäut, da steht doch auch schon diese Meerjungfrau auf der Matte. Wie Ihr sicher wisst, ist das Meerjungfrauen wie mit allen Frauen - sie versuchen einem nichts ahnenden Bären wie mir, das Geld (oder in diesem Fall die Schatzkarte) aus der Tasche zu ziehen. Und ehe ich mich versehe ist die Gute wieder auf und davon; mit Karte natürlich.

Naja - Gott sei Dank verfügen Blaubären ja aber ein ausgezeichnetes Gedächtnis. So machte ich mich also mit meinem Spaten auf die Socken und fing an zu graben.

Wie ich später erfahren musste, beunruhigte das ganze meine 3 Neffen aber offensichtlich und so mobilisierten sie die 70.000 Ölner Ölflinge mich zu suchen. Also zogen die Ölflinge in kleinem Gruppen los und versuchten der Meerjungfrau die Karte wieder abzuluchsen. Dafür diskutierten sie mit Matrosen, östeten unbegabte Sängerinnen und ertauschten sich Glitzerschuppen, auf die die Nixe wohl scharf war.

So gelang es ihnen scheinbar alle Teile meiner Karte zurückzugewinnen. Am nächsten Tag brachen sie dann auf mich zu suchen. Während ich also munter vor mich hingrub, stürmte auf einmal diese Horde Ölflinge an mir vorbei und hatte ötzlich den Blaubärschatz in den Händen.

Als ich mich dann zu erkennen gab war der Jubel groß. Natürlich feierten wir gemeinsam die erfolgreiche Schatzsuche, wie es sein muss, mit Seemannsliedern, Showeinlagen der Ölflinge und einem önen Lagerfeuer.

Zum Schluß teilten wir den sagenhaften Schatz dann noch unter allen Anwesenden auf, sodass alle etwas davon hatten.

Tjoah Kinnings - jetzt wisst Ihr bescheid. Ich muss dann auch mal weiter. Also - dann bis zum nächsten Mal. Macht's gut - Euer Käpt'n Blaubär

Natalie aus dem Lagerrat

Ich als Lagerratsmoderator kann euch berichten, dass auch hier jede Menge los war. Aber am Besten fange ich mal ganz am Anfang an: Schon im Vorfeld der MEUTErei konnten alle Meuten ihre Vorschläge für wichtige Lagerregeln einreichen, die dann in einem 2.Schritt abgestimmt worden sind. Und wo viele Wölflinge und Leiter zusammenkommen und für ein paar Tage miteinander verbringen dürfen, ist es sinnvoll auch einen Dorfrat und einen Lagerrat zu haben, der kontrolliert und sich darüber austauscht, wie das Zusammenleben funktioniert und was noch wie verbessert werden könnte.

Aus jeder Meute durften ein Wölfling und ein Leiter ihre Meute im Dorfrat vertreten. So trafen wir uns dann regelmäßig in unserem Dorfzelt mit 10 Wölflingen, 10 Leitern (die vorher in ihrer Meute abgestimmt worden sind) und 2 Moderatoren, um über die Probleme und die Stimmung im Dorf zu sprechen. Bei unserem ersten Treffen wählten wir 5 Wös und 5 Leiter, die uns dann im großen Lagerrat (wo 250 Wölflinge und Leiter bei 3 Treffen waren) vertreten sollten und dort Beratungen und Entscheidungen zu Themen, die das ganze Bundeslager betreffen, herbeizuführen.

Wer jetzt noch skeptisch ist, dem kann gesagt werden, dass es tatsächlich funktionierte. Mit Hilfe von Steinen und einer riesigen Waage wurden wichtige Abstimmungen im Lagerrat durchgeführt, z.B. gab es nach dem ersten Lagerrat plötzlich Seife für alle auf den Toiletten. Und fast wäre auch am letzten Abend das Leitercafé wegen der Lautstärke geschlossen worden, aber dafür reichten leider die Stimmen nicht aus. Alle Ergebnisse aus dem Lagerrat könnt ihr unter www.meuterei2008.de nochmal nachlesen.

Als Lagerratsmoderatorin und Leiterin bleibt mir zu sagen, dass ich meine Zipfelmütze vor den Wölflingen gezogen habe, die vor vielen Menschen offen, kritisch und laut für ihre Meinung eingestanden sind. Das ist sehr, sehr mutig und gibt mir die Bestätigung, dass wir als Leiterinnen und Leitern schon den Wölflingen zeigen können, dass Ihre Wünsche und Bedürfnisse ernst genommen werden und wir sie so auf dem Weg zu eigenständigen Persönlichkeiten begleiten dürfen.

Besonders schön und mein persönliches Highlight des Lagers war die Abschlussreflexion im Lagerrat. Auch wenn viele sagten, dass es an vielen Stellen anstrengend war und die Ergebnisse nicht immer so zufriedenstellend waren, so haben doch fast alles gesagt, dass sie die Mitbestimmung im Stamm stärker ausprobieren möchten z.B. mit einem Lagerrat im nächsten Sommerlager oder mehr Abstimmungen in den Meutenstunden.

Und mal ehrlich – ist das nicht ein tolles Ergebnis?!

Natalie Kamps

Meuterei aus der Sicht eines Leiters im Diözesandorf

Sehr gut, Freizeit! Das ist natürlich schön, dass die Kinder jetzt alle in ihren – wie hieß das noch? – Entdeckergruppen sind und ich jetzt für dreieinhalb Stunden Pause hab. Erst gemütlich geduscht und dann ein bisschen im Dorf rumgehangen, mit den andern Kölner Leitern an den Straßenrand gesetzt und allen Vorbeikommenden Haltungsnoten gegeben... In Köln kann man schon Spaß haben. Ein bisschen eng ist es zwar schon, aber das ist man ja schon vom Jamb gewöhnt, und es gibt ja das große Aufenthaltszelt, wo man sich immer reinsetzen kann und Leute trifft. Und nach den vier Tagen kennt man jetzt fast jeden Leiter hier, so groß ist das Dorf ja nicht und irgendwie gehören hier schon alle zusammen, das kenn ich nicht von jedem Lager so. Sogar bei den Kindern ist das so, die spielen echt viel mit Anderen aus dem Dorf und haben sogar wie die meisten Meuten einen Briefkasten gebaut! Naja... Was steht heut Abend überhaupt noch an? Achja: Das Ende von der Suche nach dem Käpt’n-Blaubär-Schatz. Mal sehn wie das wird, das Spiel gestern war ja ziemlich cool. Und dann raus aus’m Dorf und ab ins Leitercafé, das glücklicherweise nicht geschlossen wurde (Kindermitbestimmung ist `ne echt gefährliche Sache, das muss man ja ernst nehmen!) und dann bin ich auch rundum zufrieden. Schade, morgen ist der letzte Tag.

Ein ganz lautes dreifaches Danke- Aaauuuh……

Möchten wir allen Menschen entgegenheulen, die uns und rund 90 Wölflinge in unserem Diözesandorf tatkräftig unterstützt haben und das Lager so für alle unvergesslich gemacht haben.

Vielen Dank also an...

... die fleißigen Mützennäher und -bedrucker, an Pablo für das tolle Logo und an Kerstin für das Sieb!
... an Richard Dübbert für das Elefantenzelt und alle die es transportiert, aufgebaut, dekoriert und wieder abgebaut haben – das Zelt sah wirklich grandios aus!
... an unser freundliches und lecker kochendes Küchenteam- ihr habt aus allem das Beste gezaubert!
... an alle Helferinnen und Helfer, die immer sahen, wo Hilfe gebraucht wurde und sofort zu Stelle waren!
... und an alle Leiterinnen und Leiter, die dazu beigetragen haben, dass wir eine so tolle Stimmung im Dorf hatten und die jederzeit bereit waren, notwendige Aufgaben zu übernehmen.
... an alle Dorfratsmitglieder, die immer zuverlässig und pünktlich zu allen Treffen da waren– wir hätten nie gedacht, dass das so toll funktioniert!
... und zum guten Schluss an eure Wölflinge, die und mit Ihrer Begeisterung gezeigt haben, warum wir das immer wieder machen und orange die beste Farbe ist.

Stellvertretend für den ganzen Wölflings-AK

Natalie Kamps