Mit der "Woodbadge" auf Krabbenfang - Bericht vom 2. Kölner Wölflings-WBK

Es ist Samstag, der 15.März 2008 und wir befinden uns in einem kleinen, verwinkelten und gemütlichen Haus an der Küste Ortfrieslands. 19 gespannte und tapfere Wölflingsleiter wollen sich aufmachen, um mit der „Woodbadge“ in See zu stechen. Aus ganz Deutschland sind sie angereist, das Ziel: Den Woodbadge-Kurs zu absolvieren!

Krabbenfanggenehmigung sowie die beendete Modulausbildung im Gepäck, fing die Ausbildungswoche mit Kennlernspielen an. Abends ließen wir dann stimmungsvoll und symbolisch die „Woodbadge“ am Strand von Dornumersiel ins Wasser laufen. Im anfangs straffen Tagesprogramm mit Spurensuche, Erkundungen und Kleingruppenbildung war später die feierliche Übergabe des Ruders von der Kursleitung an die Teilnehmer geplant – ein Sprung ins kalte Wasser für so manchen von uns und gleichzeitig der erste Lerneffekt. Danach startete die heiße Phase: Wir sollten innerhalb kurzer Zeit ein Projekt planen und durchführen. Endlose Diskussionen waren die Folge. Nach etwa drei Tagen stand es fest: Wö-Leiter hinterlassen Spuren. Unter diesem Motto hatten wir uns zum Ziel gesetzt, von einem Inselleuchtturm aus, einen Wölflingskopf in den Abendhimmel zu projizieren.

Leider war schnell klar, dass aufgrund von Watt- und Fährzeiten sowie gesetzlicher Bestimmungen am Ende kein Inselleuchtturm zur Verfügung stehen würde. Es galt also, einen stillgelegten Turm zu finden. Als Retter in der Not erwies sich der Wart des Pilsumer Leuchtturms (bekannt aus dem Film Otto – Der Außerfriesische). In Kleingruppe ging es dann ans Organisieren und Planen, denn die Zeit drängte. Nur ein Tag blieb, bis zum vorgegebenen Projektabschluss am Gründonnerstag.

So baten wir den Dornumer Ortsverband des Deutschen Roten Kreuzes kurzerhand, uns mit Strahlern und Aggregaten zu helfen. Auch ansässige Betriebe stellten bereitwillig Sachspenden (wie z.B. Dachlatten, Klebefolien, Bettlaken oder Lebensmittel für unsere Feierlichkeit im Leuchtturm) bereit, sodass dem anfangs unmöglich scheinenden Unterfangen bald nichts mehr im Wege stand. Bei all unseren Helfern möchten wir uns deshalb nochmals ausdrücklich bedanken.

Nach zwei ausführlichen Reflexionstagen, in denen wir die gesamte Woche noch einmal Revue passieren ließen, traten wir die Heimreise an, mit dem Ziel unsere Erfahrungen aus dem Kurs in einem eigenen Projekt zu Hause umzusetzen.

Rückblickend hat jeder viele neue Freunde gefunden, aber auch Einsichten über sein eigenes Verhalten gewonnen. Kurzum: Der Woodbadge-Kurs war für alle ein schönes und einmaliges Erlebnis.

Claudia Wewers