Es ist vollbracht: Die Teilnehmer des ersten WBK nach neuem Konzept bei den Kölner Wölflingen sind "wohl auf" wieder zu Hause angekommen.

Hoffentlich könnt ihr hier bald auch noch ein paar Fotos (von der lustigen Truppe, der schönen Umgebung, oder auch vom Riesen-Strandkorb, der als Projekt entstanden ist) zusätzlich  zum Bericht (s.u.) bewundern (ja, dies ist ein Aufruf an die WBK-Teilnehmer, uns Fotos zu schicken, die sie hier sehen wollen)...

"Pimp my Strandkorb" oder: Mit Kluft kriegst du alles !!

Geh als Pfadfinder mit nix außer einer guten Idee und einer Kluft los, erklär dein Anliegen und dir werden die Türen geöffnet.  Dies jedenfalls stellten die Teilnehmer vom Wölflings-Woodbadgekurs (nach neuem Konzept) der Diözese Köln fest. Doch bevor es endlich an die körperliche Arbeit gehen konnte, musste noch auf andere Art geackert werden... 

Aus vier Diözesen kamen die TeilnehmerInnen zusammen: Köln, Aachen, Paderborn und Würzburg. So konnte als Nebeneffekt ein bisschen der Flair der frühen bundesweiten WBK II entstehen. Nach einer abenteuerlichen Anreise („Wo ist denn nun der IKEA Düsseldorf???“) und viel Stau zum Herbstferienstart von NRW stauten wir uns nach Dornumersiel an der Nordsee, wo uns ein Makler mit dem ehemaligen Hausbesitzer, dem Dienstmädchen und der Putzfrau begrüßten und durch das Haus führten.

WBK heißt arbeiten nach Projektschritten mit Führungsabgabe. Auf Deutsch: In Informationseinheiten und mit vorbereiteten Erkundungen bereitete uns das Leitungsteam, bestehend aus Nathalie, Caro und Sebastian vom Wö-AK, sowie Karsten (Ex-Wö-AK) darauf vor, dass sie sich aus dem Geschehen komplett zurückziehen. Ab diesem Zeitpunkt begann der schwere Weg zum Projekt: Diskutieren in Groß- und Kleingruppe, beraten, verwerfen, irren, neu entwickeln, verzweifeln, mauscheln, neu beraten, entscheiden, beraten, neu entscheiden… die Nerven lagen schon etwas blank, als endlich Mittwoch Abend, direkt vor dem großen Tag des Projekts die Entscheidung fiel:  Wir bauen einen achtzehnplätzigen Strandkorb mit individuellen Sitzplätzen unter dem Motto „Verschieden gemeinsam“. Der achtzehnte Platz symbolisiert dabei die Offenheit der Gruppe für Andere.

Die Stimmung schlug schlagartig in Tatendrang und Euphorie um, als es endlich ans Werk ging. Kleingruppen wurden gegründet und hektisch bis in den späten Abend geplant. Mehr ging nicht, denn letztendlich hing alles von den Behördengenehmigungen ab. „Innerhalb der nächsten siebeneinhalb Stunden soll das Werk fertig sein?“ - die örtlichen Behörden staunten nicht schlecht, als sie Donnerstagmorgen besucht wurden. Doch durch ihre Hilfsbereitschaft und ihr Engagement für das Projekt versetzten sie die WBK-Teilnehmer in Erstaunen und Begeisterung.

Nicht nur der Bauplatz war schnell gefunden und unbürokratisch genehmigt, sondern auch viele Kontakte vermittelt und von vielen Seiten Materialien gespendet und Baumaschinen verliehen: Die Kurverwaltung war begeistert, der Baumarkt spendete Holz und Schrauben, ein „selbsternannter Dorffürst“ stellte seine gesamte Werkstatt zur Verfügung, ein Fahrradverleih verlieh kostenlos ein „Baufahrzeug“ und plötzlich tauchte acht Meter gespendeter Markisenstoff auf. Und woher kam die goldene DPSG-Lilie aus Flugdrachenstoff? Ein Drachenladenbesitzer hat die Lilie zu seinem Logo gemacht und nähte auf alle Drachen die Lilie auf, ohne zu wissen, dass es sich dabei um das Wahrzeichen der DPSG handelte – er deutete die Lilie als ein indianisches Symbol aus. Sein Sohn war in Essen in einem Skaterladen, erwarb dort einen Pulli, an dem zufällig ein DPSG-Pin steckte – warum auch immer.

Zum Glück befand sich auch ein Zimmermannslehrling unter uns, der den Strandkorb so konstruieren konnte, dass er auch stehen bleiben konnte. Nun lädt das Bauwerk am Mahe-Busen Anwohner und Gäste zum Verweilen, Entspannen und den See genießen ein. 

Und die Moral von der Geschichte? Die Menschen wollen Menschen sehen, denen man etwas Gutes zutraut und unterstützen sie. Der Ruf der Pfadfinder eilt uns voraus und kommt und unglaublich zur Hilfe. Hoffen wir mal, dass der gute Ruf von WBKs auch innerhalb des Verbands herumeilt, damit noch viele LeiterInnen sich motiviert fühlen, sich für einen Kurs anzumelden und dieses einmalige Erlebnis durchleiden und dann euphorisch mitfeiern können!! Schließen wollen wir mit dem Feedback eines Teilnehmers an die Teamer: "Ihr seit die einzigen Leute, neben meiner Mutter, die sich in meinem Leben Urlaub für mich genommen haben"