Einen konsumkritischen Stadtführer erstellen

Wenn man mit Bekannten oder Freunden über einen bewussteren Umgang mit Konsumgütern spricht, bekommt man oft als erstes gesagt, dass sie ja gar nicht wissen wo man „so was“ bekommt. Dies könnt Ihr ändern, indem Ihr für Eure Stadt einen eigenen Stadtführer entwickelt. In diesem kann dann jeder kinderleicht nachschauen, wo er Biolebensmittel kaufen kann, wo es den fair gehandelten Kaffee gibt, welcher Bauer ökologisch anbaut und welcher Laden Kleidung aus fairem Handel verkauft. Den Stadtführer könnt Ihr dann entweder online veröffentlichen, das ist relativ kostengünstig. Oder Ihr sucht Euch Sponsoren, die Euch mit oder ohne Werbung den Druck finanzieren. Der Erlös des Verkaufs könnte dann entweder zusätzlich die Kosten decken oder einem guten Zweck gespendet werden.

Möglichkeiten der gesunden, tiergerechten und klimafreundlichen Ernährung kennen lernen und ausprobieren

Lebensmittel kosten so wenig wie nie zuvor. Sie werden meist industriell hergestellt. Was wir essen, hat Einfluss auf unsere Gesundheit, das Wohlbefinden von Nutztieren und den Klimawandel. In Kooperation mit einem Bio-Bauernhof könntet Ihr gemeinsam mit Euren Teilnehmern erfahren, was beachtet werden muss, wenn man Schweine, Schafe und Hühner artgerechter halten will. Ihr habt Einblick, wie ein ökologischer Landwirtschaftsbetrieb arbeitet, was ihn von konventionellen Höfen unterscheidet und wie die eigenen Essgewohnheiten mit Bereichen wie Gesundheit, Tierhaltung und Klima zusammenhängen. Auf dem Bauernhof ließen sich zum einen Projektideen entwickeln für den Truppalltag – zum Beispiel ökologisch Kochen im Zeltlager – zum anderen aber auch Aktionen planen, welche die Öffentlichkeit Eurer Stadt dazu auffordern, ihr Konsumverhalten stärker an dem Kriterium der Umweltverträglichkeit auszurichten.

Ökologischen Stadtrundgang planen und durchführen

In mehreren deutschen Städten gibt es schon globalisierungskritische oder ökologische Stadtrundgänge. In Kooperation mit den entsprechenden lokalen Gliederungen von Organisationen wie z.B. Attac, BUND und Greenpeace könntet Ihr mit Euren älteren Teilnehmern und erwachsenen Leiterinnen und Leitern einen globalisierungskritischen Stadtrundgang initiieren. Ein besonderes Augenmerk könntet Ihr in Eurem Fall darauf richten, mit einem solchen Angebot gerade Jugendliche aus Eurer Stadt zu erreichen. An einigen ausgewählten Orten ihres Alltags wie Lebensmitteldiscounter, Kleidungsgeschäft, Computerladen, Fastfoodrestaurant und Diskothek kann ihnen die globalen Auswirkungen ihres Konsums verdeutlicht und alternative Verhaltensmöglichkeiten aufgezeigt werden.

Sanften Tourismus fördern

Reisen ist eine der liebsten Freizeitbeschäftigungen der Deutschen. Doch leider wird gerade in diesem Bereich extremes Preisdumping vollzogen. Die wenigsten achten dabei darauf was für Konsumgüter sie mit ihrem All-Inclusiv Paket einkaufen. Gerade die großen Hotels und Ferienanlagen handeln selten nachhaltig. Statt Personal aus den umliegenden Städten auszubilden holen sie Fachkräfte von außerhalb, anstatt die regionalen Lebensmittel anzubieten fliegen sie Exquisites aus fernen Ländern ein und der Energieverbrauch von Hotels und Ferienanlagen ist durch große Saunalandschaften und Sportanlagen oft extrem hoch. Um nachhaltigen Tourismus in Eurer Region zu fördern, könnt Ihr Euch gemeinsam mit Euren Teilnehmern zu diesem Thema informieren und in Kooperation mit einer Touristeninformation und einem nachhaltigen Hotelbetrieb ein Projekt initiieren, um den sanften Tourismus in Eurer Region zu fördern.


Infostände zum Thema kritischer Konsum erstellen

Um die Leute in Eurer Stadt mit dem Thema kritischen Konsum vertrauter zu machen und ihnen zugleich die Gelegenheit zu bieten, sich über Einkaufsmöglichkeiten zu informieren, könnt Ihr in Eurer Stadt eine kleine „Messe“ mit Infoständen zum Thema veranstalten. Hier könnt Ihr zum einen selber über das Thema und die Hintergründe informieren und zum anderen Bauern, Geschäften und anderen Anbietern von fairen und biologischen Produkten die Möglichkeit geben, sich der Bevölkerung zu präsentieren. Für Kinder und Jugendliche könnte es einen spielerischen Zugang zum Thema geben (z.B. mit Hilfe der Methoden aus diesem Heft).